Dienstag, 12. Juli 2016

Goodbye my best friend

Eine meiner zwei besten Freundinnen zieht in weniger als 7 Stunden weg.
Wir haben den einen Teil des Nachmittags und den ganzen Abend, bis jetzt (00:23) miteinander verbracht, einen Film gesehen, geredet und einfach beieinander gesessen. Es gibt wenige Menschen, mit denen man auch einfach nur stumm im Bett liegen kann, ohne dass es irgendwie peinlich oder angespannt wäre; im Gegenteil ist es sogar das entspannendste, das ich kenne. Schlicht und ergreifend die Präsenz des anderen zu genießen, das ist unglaublich.
Das wird mir fehlen. Sie wird mir fehlen.

Es ist komisch langsam erwachsen zu werden. Natürlich gehört es dazu, dass Freunde gehen - und um fair zu sein ist sie nicht die einzige, die mich verlässt. Ich werde auch alle um mich herum verlassen, und das noch ein wenig krasser, wenn ich mich für ein Jahr nach Amerika flüchte. Wenn ich es so betrachte tut es mir immer leid, aber ich denke nie darüber nach es nicht zu tun, weil ich weiß, dass ich das für mich tun muss, um als Person zu reifen, um mich selbst zu entdecken und über meine Ängste und meine Grenzen hinauszuwachsen.
Und genau das müssen sie auch tun, deswegen freue ich mich für sie, auch wenn es sich noch komisch anfühlt. Aber ich weiß, sie werden ihr Leben leben und glücklich werden, nur darauf kommt es an.

Manchmal glaube ich, dass wir für nichts, das uns im Leben geschieht, wirklich bereit sein können. Ich denke die Dinge geschehen einfach und wir reagieren nur. Ein Autor, dessen Namen ich vergessen habe, sagte einmal Ich bin mehr in meinen Reaktionen enthalten, als in meinem Nachdenken. 
Um diesem zustimmen, oder es ablehnen zu können, muss man sich erst einmal fragen wie man das Ich denn definiert. Denn ich bin der Meinung, dass seine Aussage durchaus berechtigt ist, jedoch ist dies nur ein Teil des Ichs, der dabei zu erkennen ist. Dieser ist genauso groß, wie der Teil, der sich im Nachdenken widerspiegelt, da beides zu mir gehört. Sowohl meine Reaktion, als auch das Nachdenken und keines der beiden darf mir vorenthalten werden, sodass ich mein Ich auf das eine beschränken müsste.
Eigentlich sind wir Menschen ein Paradoxon; wir sind so komplex und funktionieren doch nach ganz einfachen Grundschemen.
Aber ist nun gleich eins und ich bin offensichtlich langsam müde und fange an verqueres Zeug zu reden.


Eigentlich wollte ich nur sagen, dass ich sie vermissen werde, eine meiner besten Freundinnen, und dass ich ihr alles Glück wünsche, damit sie ein gutes Leben in ihrer neuen Stadt führt.

wohl schon etwas schlaftrunken,
XOXO Johanna

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