Freitag, 15. Juli 2016

"es ist okay", auch wenn es das nicht ist

Mein Zahn tut mir weh, meine beste Freundin hat unseren gemeinsamen Trip abgesagt und meine Augen brennen höllisch.

Ich bin einfach fertig... und ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll. Ich bin wütend, frustriert und enttäuscht; vor allem enttäuscht, weil es nicht das erste Mal ist, dass ich wegen sowas heulend zuhause rumsitze. Und das beste ist ja noch, ich darf nicht einmal sauer auf sie sein, weil sie wie immer nichts dafür kann.. aber würde sie sich nicht darum kümmern, dass alles klappt, wenn es ihr wirklich wichtig wäre? Hätte ihr das dann nicht schon früher auffallen müssen und wir hätten gleich anders geplant? Und ist es okay. das alles mit einem tut mir leid zu entschuldigen? Ich weiß es nicht. Ich weiß nie, ob ich diejenige bin, die sich bescheuert aufführt, oder ob meine Reaktion berechtigt ist. Aber im Prinzip ist das auch völlig egal, es verletzt mich immer und immer wieder und irgendwann kann ich vielleicht nicht mehr lächelnd sagen es ist okay.
Das schlimme ist nur, ich versteh´s nicht.
und dann werde ich wütend und frage mich wann ich ihr jemals abgesagt habe? Nicht an ein einziges mal kann ich mich erinnern, aber an unzählige, an denen sie es getan hat, oder unserem treffen ein paar Stunden eingeräumt hat, nach denen sie wieder zu ihrem Freund oder sonst wohin musste..
Ich hab sie so lieb, aber ich verstehe nicht, warum sie sich so verhält, oder warum ich immer noch jeden mal Tränen darüber vergieße.

Erst dachte ich, das gehört hier nicht hin, das ist alles viel zu privat. Aber dann habe ich mir gedacht Das ist mein Blog, mein Tagebuch und auch das gehört zu meinem Leben, also ist es hier genau an der richtigen Stelle. Und allein die Tatsache, dass ich jetzt hier im dunkeln im Bett sitze und das Bedürfnis hatte zu schrieben zeigt, dass es richtig ist.

Ich habe ihr jetzt noch nicht geantwortet; ich brauche erstmal ein bisschen Zeit um mich zu sammeln, die Tränen wegzuwischen und wieder sagen zu können: es ist okay, auch wenn es das nicht ist. Nur heute hätte ich das nicht gekonnt, dafür hat es mir zu viel bedeutet. Es sollte unser erster gemeinsamer Trip werden, mein erster Urlaub ohne meine Familie, nur wir zwei, ein kleiner RoadTrip, weil wir endlich beide Auto fahren können und unsere letzte gemeinsame Zeit, bevor unsere Leben sich voneinander entfernen, sie beginnt in einer anderen Stadt zu studieren und ich für mindestens ein Jahr nach Amerika fliege. Tja, und jetzt soll das einfach so nicht stattfinden.


... Johanna

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen