Samstag, 16. Januar 2016

Überwindung

Ich habe für sechs einhalb Jahre RSG (rhythmische Sportgymnastik) gemacht und es wirklich geliebt. Auch wenn ich nie die beste war und vielleicht auch nicht die richtigen Maße dafür hatte, hatte ich doch eine Menge Spaß,bin mit meinen Aufgaben gewachsen und habe ein ganz neues Körpergefühl kennengelernt.

Doch seit über 6 Monaten war ich nun nicht mehr beim Training, weil ich mich dafür geschämt habe, dass ich (mal wieder) zugenommen habe und zusätzlich noch in eine neue Gruppe kommen sollte, in der die Mädchen alle schon viieel fortgeschrittener in ihrer Technik sind als ich. ... Ich hab es mir Woche für Woche vorgenommen hinzugehen, aber doch jedes Mal wieder eine Ausrede gefunden oder es einfach verdrängt. Dabei habe ich mich nicht ein einziges Mal persönlich bei meiner Trainerin gemeldet bzw. abgemeldet und ich hatte so ein mega schlechtes Gewissen, weil das einfach ein sch*** Verhalten ist und ich nie so jemand werden wollte.

Während diesen 6 Monaten hat mir das Tanzen ganz schön gefehlt, aber ich habe mir immer wieder eingeredet, dass ich viel zu hässlich zum Tanzen bin und sie mich eigentlich sowieso nicht da haben wollen.... dann kam vor ein paar Wochen die Einladung meier Trainerin zur Weihnachtsvorstellung zu kommen und ich habe zugesagt (vor allem, weil ich mich erklären und entschuldigen wollte).

Ich war mega nervös als ich ankam und mein Herz hat angefangen in meiner Brust zu rasen. Nach dem Programm bin ich dann zu meiner Trainerin gegangen und habe ihr alles erklärt und es sind auch einige Tränen meinerseits geflossen, da sie zu einigen von den Personen in  meinem Leben zählt, die ich wirklich nicht enttäuschen möchte, und auch weil diese ganze Geschichte wirklich auf mir gelastet hat. (Ich habe sogar Nachts davon getäumt)

Sie hat mir dann gesagt, dass das Quatsch ist mich zu schämen und sie mir nicht böse ist. Sie sagte, sie möchte mir keinen Druck machen und wenn ich kommen möchte, dann komme ich und wenn nicht, dann eben nicht und wenn ich dann da bin, dann trainiere ich für mich und für niemand anderen. Und genau damit hat sie wirklich recht, denn mir macht das Tanzen Spaß und mir hat es auch gefehlt.

Nach diesem Abend habe ich mich gefühlt, asl wäre mir im wahrsten Sinne des Wortes ein riesen Stein vom Herzen gefallen.


Letzte Woche bin ich dann das erste Mal wieder hingegangen und war überrascht wie gut noch alles ging - ich habe mich immerhin über 6 Monate nicht einmal  gedehnt :D . Aber nein, es war alles prima und kein völliges Disaster; die Mädchen waren nett und danach habe ich mich einfach nur gut gefühlt. Klar was ich nervös und auch noch etwas schüchtern, aber immerhin habe ich  mich überwunden.

Jetzt gehe ich wieder jeden Freitag hin und tanze in unserem nächsten Stück Der Zauberer von OZ in einem Ensemble sogar den Zauberer.
Ich hatte erst Angst die Rolle anzunehemen, weil ich im Kopf schon wieder die schlimmsten Szenarien durchgegangen bin, aber ich habe mich überwunden und es doch getan - und jetzt bin ich überglücklich darüber. (Immerhin ist es erstmal mein letztes Jahr in Deutschland)



Warum ich euch das alles erzähle?

Ich will euch damit zeigen, dass man sich manchmal überwinden muss und seinen Ängsten ins Auge schauen muss, um etwas tolles zu erreichen, oder einfach eine Chance zu nutzen, die man vielleicht nicht wieder bekommt - und wie blöd wäre es denn bitte diese zu verpassen, nur weil man sich nicht getraut hat?!


Genau unter diesem Motto steht mein Jahr 2016 - überwinde dich! / face your fears
und ich spüre schon jetzt, dass es das 100%ig wert ist!

XOXO Johanna


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