Sonntag, 1. November 2015

Ist das noch Herausforderung oder schon Überforderung?

.. genau diese Frage stelle ich mir gerade, während ich um kurz vor 10 in meinem Bett sitze, das nur noch aus beschriebenen Blättern mit irgendetwas extrem super wichtigem und auf jeden Fall wissenswertem drauf zu bestehen scheint und ich eigentlich noch mindestens drei Stunden bräuchte, um das alles in meinen Kopf zu bekommen... vor Müdigkeit allerdings kaum noch die Augen auflassen kann.

Mein Plan für die Woche: (die wichtigsten/ zeitaufwendigsten Dinge)
Montag: - Ethik Klausur 2 Stunden
             - englischen Dialog auswendig vortragen
             - Nachmittags noch Chor
             ( für Geschichte lernen, Sozi vorbereiten, Geschenk besorgen)
Dienstag: - Vortrag in Sozi halten
               - 4 Stunden Geschichts Klausur
               - Geburtstag meiner Oma feiern
Mittwoch: - Schule + normale Hausaufgaben
               - Englisch lernen!
Donnerstag: -10 Stunden Schule
                  - kleinen Bruder von der Kita abholen, da Eltern bis Sonntag weg
                  - Essen machen, Kleinen versorgen und Englisch wiederholen
Freitag: - Kleinen aus dem Bett holen, ihn und mich fertig machen, sich um den Hund kümmern
           - Kleinen in Kita bringen, selbst zur Schule fahren
           - 4 Stunden Englisch Klausur schreiben
           - Kleinen abholen ....


Ich weiß nicht, ob es euch auch so viel erscheint wie mir, aber für mich bedeutet das, dass ich quasi jede Minute meiner "Freizeit" nutzen  muss, um entweder zu lernen, oder etwas Privates zu organisieren und ich habe manchmal echt das Gefühl, dass einige Lehrer auch glauben, dass man nichts anderes im Leben zu tun hat, als sich auf diees eine Fach vorzubereiten... und sich dann noch vor uns beklagen, dass sie ja jetzt leider 4 lange Arbeitstage haben, anstatt vorher nur 2 oder 3 und ja soo kaputt sind nach einer Woche.

Da denke ich mir doch HALLO GEHT´S NOCH?! Wir Schüler müssen 5 volle Tage vie Woche zur Schule, z.t. 10 Stundenn durchgängig, d.h. ich bin 17 Uhr erst mit dem reinen Unterricht fertig und muss dann auch noch Zuhause und das ganze Wochenende etwas für die Schule machen.. da tut es mir natürlich äußert leid, dass besagte Lehrkraft jetzt 4 lange Arbeitstage hat!

Okay, mir ist durchaus bewusst, dass auch Lehrer viel Arbeit Zuhause erledigen müssen und auch nicht alle Lehrer über einen Kamm zu scheren sind - darum seht meine Aussagen bitte nicht all zu eng, da ich einfach nur etwas Dampf ablassen muss, was mein gutes Recht ist.



Ich bin auf einem Gymnasium, ja. Ich möchte mein Abitur machen, ja. Natürlich ist es da nicht einfach, aber ich bin der Meinung unser aktuelles Schulsystem ist nicht so wirklich das Gelbe vom Ei. Das kann doch nicht nur auf diese Weise laufen, dass Schüler gezwungen sind sich in kürzester Zeit mit einer Masse von Materie tiefgehend auseinanderzusetzen, und dann zwangsläufig bolemielernen (alles rein, im Test aufschreiben und danach wieder löschen). Aber anders kommt man zur Zeit leider nicht durch unser Bildungssystem in Deutschland durch.

Es stellt sich daher die Frae: Ist das noch Herausforderung, oder schon Überforderung?

Der Leistungsdruck in unserer Gesellschaft steigt kontinuierlich und ich muss teilweise jetzt schon Existenzängste ausstehen, wenn ich mir die Frage stelle, was wohl passiert, wenn ich mein Abi nicht bestehe.. Der Druck auf uns Schüler ist in den letzten Jahen (nach meinem Empfinden) so enorm gewachsen, dass es durchaus Momente gbt, in denen man damit einfach nicht umgehen kann und alles über einem zusammenzubrechen scheint. Klausur über Test und mündlichen Leistungskontrollen in Bio, Geschichte, Englisch, Ethik und was es sonst noch alles gibt.
Es ist nicht nur einmal vorgekommen, dass ich völlig aufgelöst und heulend auf der Schultoilette saß, und nicht mehr ein noch aus wusste.
Kann das wirklich der Weg sein?



Aber es haben auch viele Andere vor mir überlebt, und auch ich werde diese (zugegebener Maßen schreckliche) Zeit durchstehen, aber ich hoffe doch sehr, dass meine Kinder später nicht mehr dasselbe durchleben müssen wie ich.



XOXO Johanna






















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